kazantip und die Drogen
Nun mal ein bisschen was zum etwas heiklerem Thema Drogen.
Im Vorfeld zum Trip hab ich diffuse Informationen zum Thema Drogen erhalten. Auf einer Seite war zu lesen, dass Drogen total “uncool” und geächtet sind bei kazantip. Widerum woanders hab ich von gebrauchten Spritzen am Strand gelesen.
Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen, von Spritzen am Strand kann wirklich keine Rede sein, richtige Drogenjunks sind mir eigentlich auch nur ein oder zwei Mal begegnet, und einmal wollte jemand von mir Drogen kaufen bzw. mir welche verkaufen – das hab ich nicht so richtig verstanden.
Kleine Story:
Ich saß eines Nachmittags mal vor einem Laden und hab darauf gewartet, dass Eugen und Co mit den geliehenen Scootern vorbeikommen und trank dabei mein Wasser. Urplötzlich tauchen dann zwei fertige Gestalten vor mir auf, einer geht sofort vor mir auf die Knie und fängt an mich anzubeten – hab ich natürlich erst nicht verstanden, genauso wenig wie das russische Gerede an mich hin.
Die kleine Xenia hat mir dann übersetzt, dass die zwei scharf auf mein Wasser sind, ich hab ihnen dann meine Flasche geschenkt. Wahrscheinlich haben die Guten den ganzen Tag durchgetanzt und waren total auf E.
Das Wasser hat mir Xenia nachher aus der Hand genommen und weggeschüttet – wird schon gut so gewesen sein.
Wie bereits in einem anderen Beitrag geschrieben, können härtere Drogen ohne größere Probleme direkt vor dem kazantip Gelände gekauft werden – an eigens dafür vorgesehenen Ständen. Die Polizei drückt da wirklich beide Augen zu. Auch Gras zu bekommen stellt sich nicht als unlösbare Aufgabe dar.
Allerdings ist anzumerken, dass wir auch mal auf dem Nachhauseweg von einer Streife mit Drogenhund kontrolliert worden sind – soll heißen Drogen wenn’s denn sein muss nur in der Nähe des kazantip Geländes, sonst könnte der Urlaub eine unvorhergesehene Wendung einschlagen.
kazantip gefährlich?
Im Vorfeld der Reise haben mich viele Leute gefragt, ob ich denn keine Angst hätte in eines der ärmsten Länder Europas zu reisen.
Irgendwie komisch, sobald man hier in Deutschland Ukraine, Russland, Rumänien oder irgendeinen anderen Namen eines ehemaliges Ostblocklandes hört, denkt man sofort an russiche Mafia, zwiespältige Personen und Organ- bzw. Menschenhandel.
Das kann ich absolut nicht bestätigen. Zunächst einmal ist es vielleicht wahr, dass man in bestimmten Gegenden eher aufpassen muss als in anderen, aber die Krimhalbinsel gehört sicher nicht dazu.
Man sollte – wie in jedem anderen Land auch – darauf achten, dass man sich nicht total daneben benimmt und nicht ständig gegen lokale Sitten und Bräuche verstößt, d.h. jetzt nicht unbdegingt, dass man immer schön brav danke und bitte sagen muss – im Gegenteil, Danke, Bitte und verschiedene Verabschiedungsfloskeln sind sogar eher spärlicher gesäht als in unseren Landen – viel mehr sollte man darauf achten, nicht zu unangenehm als Deutscher aufzufallen, heißt Randale (auch gegen Objekte) sind tunlichst zu vermeiden, das gehört sich einfach nicht!
Und kommt bloß nicht auf die Idee es sei besonders toll ständig auf russich zu fluchen, die russische Sprache besteht nicht nur aus Schimpfwörtern, obwohl sich leider darin meistens der russische Wortschatz eines Deutschen erschöpft.
Fazit: Es ist sicherlich nicht gefährlicher als Abends in Berlin wegzugehen.
Erzählungen über kriminelle Organhändler, verseuchte Spritzen am Strand etc. kann ich überhaupt nicht bestätigen.
Gepostet von Obi Datum: 16.08.2009
Kategorien: Menschen, Trip, Wohnen
Tags: gefährlich, kazantip, kriminalität, Menschen
Das kazantip Visum und Security
Die Preise des Visums für kazantip liegen vor der Eröffnung bei etwa 120 EUR, werden später aber teurer und kostem zum Opening etwa 150 EUR.
Das Opening und das Closing sind immer besonders gut besuchte Events, in den Zwischenzeiten ist kazantip nicht so überfüllt.
Beim Visakauf wird gleich ein Foto von euch angefertigt und mit dem Barcode auf eurem Visa verknüpft, nun müsst ihr jedesmal wenn ihr rein geht
euer Visa an den Scanner halten und euer Bild erscheint.
Beim Rausgehen müsst ihr diese Prozedur wiederholen und auschecken, das heißt noch nicht einmal eineiige Zwillinge können mit einem Visum gleichzeitig auf dem Gelände sein.
Andere Wege auf das Gelände gibt es nicht, denn die Grenzen werden von ukrainischen Soldaten bewacht, die sich ein bisschen was dazu verdienen.
Aus dem selben Grund solltet ihr undebdingt davon absehen Euch irgendwo anders zu Erleichtern, als auf den aufgstellen Dixis, das kann sonst den Entzug des Visum nach sich ziehen.
Tag am Strand
Den ersten richtigen Tag haben wir nach dem Aufstehen am kazantip Strand zugebracht. Wann ich aufgestanden bin, kann ich nicht so richtig sagen, ich hab in der ganzen Woche eigentlich nie auf meine Uhr, mein Handy oder auf einen PC geschaut, aber ich schätze es war um die Mittagszeit.
Zeit spielt dort ohnehin eine eher untergeordnete Rolle, denn kazantip hat ja 24h rund um die Uhr offen, das heißt, es ist eigentlich das Paradies für diejenigen, die sich eh nie aufraffen können und ewig brauchen um sich umzuziehen oder beim Vorglühen schon versacken.
Auf jeden Fall ging es Richtung Strand, im Gegensatz zu Abends läuft am Tag eher gechilltere Musik. Die Atmosphäre ist super, leichtbekleidete Mädels und überall (auch im Wasser) wird eigentlich getanzt.
Das alles geht so bis zum Sonnenuntergang, dann wird die Musik noch chilliger und alle schauen sich gemeinsam den Sunset an. Ist die Sonne dann im Meer versunken, fängt die Abendparty an. Dann kann es sein, dass viele Leute erstmal aus kazantip hinausströmen um sich für die Party am Abend bereitzumachen, d.h. mit ein wenig Wartezeit am Ausgang muss gerechnet werden.
Von Simferopol nach Popovka (kaZantip)
Wie sind dann gegen 22:00 Uhr in Simferopol gelandet ohne genau zu wissen, wo wir überhaupt wohnen werden.
Eugen hat zwar im Vorfeld irgedendwas mit einem Bekannten aus seiner Zeit aus Russland vereinbart, aber so richtig fest war das eigentlich nicht.
Auf jeden Fall standen wir dann am Flughafen und wussten nicht so genau wohin, Eugen hat dann einfach mal sein Handy ausgepackt und seinen Kollegen Loha angerufen, der meinte dann auch prompt, er holt uns am Flughafen ab. Die Zeit bis er aus Popovka nach Simferopol in seinem alten Lada benötigte überbrückten wir in einer kleinen Straßenbar.
Nach etwa 1h kam dann Loha mit dem Chef des Hotels, wobei Hotel eigentlich der falsche Ausdruck ist, aber dazu später mehr.
Während der Fahrt eröffnete uns Loha, dass er zusammen mit 12 Leuten, davon 8 Mädels, zusammen in dem Hotel wohnt, leider alles auf Russisch, denn die wenigsten Russen, die ich getroffen habe können auch nur ansatzweise genug Englisch um ein ordentliches Gespräch zu führen, aber wir hatten ja unseren Privatdolmetscher.
Die Fahrt zum Hotel dauerte etwa 1,5 h mit kurzer Einkaufspause.
Wir hatten für die erste Nacht ein schmuckes 3 Bettzimmer mit allem was man braucht, also Bad miDusche und WC und halt einem Doppelbett und einem Zustellbett.
Wir hielten uns aber ohnehin nicht lange im Zimmer auf, sondern stießen gleich zu den anderen, die bereits unten auf den chaichana (oder so ähnlich) saßen und bereits am Trinken waren.
Später ging’s dann zum ersten mal Richtung kaZantip (Z17), das Visum für 150 EUR war schnell gekauft und ab ging’s nach drin.
Was drin passiert ist schwer zu beschreiben, ist einfach ne riesen Party, am besten ihr schaut euch einfach ein paar Videos und Bidler an.
Anreise mit dem Flugzeug
Die Buchung unseres Fluges übernahm Eugen über ein Portal (opodo.de und direkt wizz-air)
Die Anreise war eigentlich schon ein Trip für sich. Zunächst einmal ging es von unserer Heimatstadt 2,5 Stunden mit dem Auto Richtung München, dort haben wir dann 2 Stunden bei meiner Schwester in der Bude genächtigt und sind dann mit der U- und S-Bahn Richtung Flugahfen und ab ging’s nach Warschau.
Die etwa zwei Stunden Aufenthalt in Warschau waren relativ sensationsarm, wir waren sowieso viel zu müde um irgendwas zu starten. Der Flieger der polish airlines brachte uns dann schließlich nach Kiew, wo wir zunächst auch wieder ein paar Stündchen Aufenthalt hatten, wir nutzen die freie Zeit und liefen ohne groß Ahnung zu haben einfach Richtung Vorstadt (der Flughafen liegt etwa eine Autostunde von der Innenstadt entfernt). Von einem Hotel aus nahmen wir uns ein Taxi zu einem Park, wo wir uns erstmal ukrainisches Bier gönnten, der Preis von 6 Hrywnja (etwa 60 Cent) für nen halben Liter gutes Bier ist spitze.
Nach dem Intermezzo im Biergarten ging’s wieder zurück zum Flughafen.
Der Flughafen in Kiew ist in zwei Gebäude geteilt, das größere für internationale Flüge, das kleine, schäbige für Innlandsflüge, eine Verbindung beider gibt es nicht, daher muss man immer stets das eine Airportgebäude verlassen um in das andere zu gelangen. Dazwischen liegt übrigens ein mittelteures Café in dem man sehr gut essen kann.
So ca. 45min vor Abflug wollten wir dann easycheesy einchecken, nur leider meinte die Angestellte am Schalter, unsere Buchung sei ohne Gepäck, d.h. nur mit Handgepäckt, irgendwie hatte auch keiner richtig Lust uns weiterzuhelfen und wir mussten den Reiserucksack (eigentlich zu groß und zu schwer für’s Handgepäck) mit in den Flieger nehmen.
Eigentlich nicht weiter schlimm, aber wir hatten natürlich auch lauter Sachen im Gepäck, die eher weniger Spaß in Innenräumen von Flugzeugen erzeugen: Flaschen mit mehr als 100ml Inhalt zuhauf, Scheren und natürlich Eugens schweizer Kampfmesser…
Im Sicherheitscheck also Eugen vorgeschickt und erstmal sein ganzen Gepäck auspacken lassen, verdächtigerweiße hatte der Sicherheitsbeamte glasige Augen und Schweißperlen auf der Stirn und das hatte wohl eher was mit der bis zum Himmel stinkenden Alkfahne als mit dem schwülen Luft zu tun.
Während Charly und ich im Windschatten Eugens ohne größere Probleme unser “Handgepäck” durch die Sicherheitsschleuse bekamen waren die Sicherheitsmenschen damit beschäftigt Eugen auf russisch klarzumachen, dass so ein Messer im Handgepäck sehr strafbar sei und man nur vielleicht eine Ausnahme mache, wenn man doch etwas zu trinken und ein bisschen was zu Essen für dannach bekommen könnte.
Was ukrainische Sicherheitsbeamte also für ein wenig was zu Trinken und ein bisschen was zu Essen für dannach bezeichnen sind in Deutsch umgerechnet also etwa 10 EUR, oder 100 Hrywnja, wobei ukrainische Sicherheitsbeamte nicht so auf die Währung schauen. Rubel oder Dollar sind sicherlich auch okay.
Im Nachhinein waren die 10 EUR wirklich gut angelegtes Geld, auf dem Rückflug musste jeder von uns 28 EUR für’s Gepack nachzahlen.
Gepostet von Obi Datum: 12.08.2009
Kategorien: Trip
Tags: anreise, kazantip, kiew, Kosten, preise, Trip
Z17 erfolgreich beendet.
ich bin nun aus kazantip zurück. So viel sei schon einmal verraten: Für mich persönlich war es eine der besten Reisen ever, meine Reisegefährten sehen das bestimmt wenig anders.
In den nächsten Tagen werde ich dann genauere Informationen und Annekdoten veröffentlichen. Leider war ich wärend der gesamten Aufenthaltszeit auf der Krim keine Sekunde im Internet.
Außerdem wusste ich nicht, wie teuer es ist aus der Ukraine auf eine deutsche Nummer zu twitten und ob das überhaupt funktioniert, daher blieb es bei nur einem sehr spartanischem Post – immerhin hat er geklappt, was er mich gekostet hat ist noch unklar.
kazantip beginnt
Prolog:
Eugen, der Deutschrusse wollte schon immer mal nach kazantip, vor anderthalb Jahren ungefähr hat das alles angefangen und immer wenn’s um Urlaub gieng, war von seiner Seite mit zuverlässiger Beständigkeit kazantip zu hören.
Ich als Deutscher frag mich natürlich, was ich auf dem größtem Housefestival Osteuropas verloren habe – da sind doch bestimmt nur Russen und was es sonst noch so da gibt, aber egal, dieses mal hat er mich und Charly rumbekommen.
Morgen früh geht’s los, Flughafen München 06:40 über Warschau, Kiew und so ne Stadt mit S die irgendwie nach Senf klingt, irgendwo auf der Krim.
Nachtrag: Die Stadt mit S ist übrigebs Simferopol, rund 80 km vom Dorf Popowka (der Ort an dem kazantip steigt) entfernt.